Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau als Beitrag zur Demokratie- und Werteerziehung

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Sollte es Personen geben, welche die Sinnhaftigkeit und die Nachhaltigkeit des Besuches einer KZ-Gedenkstätte anzweifeln oder hinterfragen, so seien diese Personen auf folgenden Auszug aus dem Gedenkstättenstiftungsgesetz hingewiesen: „Zweck ist es, die Gedenkstätten als Zeugen für die Verbrechen des Nationalsozialismus, als Orte der Erinnerung an die Leiden der Opfer und als Lernorte für künftige Generationen zu erhalten und zu gestalten, die darauf bezogene geschichtliche Forschung zu unterstützen und dazu beizutragen, dass das Wissen über das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachgehalten und weitergetragen wird.“ (Art. 2 Satz 1 GedStG)
Gerade im Hinblick auf die zunehmenden politisch-radikalen, häufig extremistischen Tendenzen unter Teilen der deutschen Bevölkerung, in deren Zusammenhang erschreckenderweise oftmals die grausame, menschenverachtende Willkürherrschaft des NS-Regimes als „heroisch“ glorifiziert wird und deren Verbrechen stark verfälscht ausgelegt und wiedergegeben werden, ist eine Sensibilisierung der Jugendlichen von äußerster Wichtigkeit, um sie vor solch radikal-extremistischen Strömungen zu schützen und zu bewahren. Aufklärungsarbeit auf Basis einer historisch korrekten Wissensvermittlung zu leisten sowie Demokratie- und Werteerziehung in den Unterricht zu integrieren sind demnach grundlegende Elemente des heutigen Geschichtsunterrichts.
Dazu gehört unweigerlich auch das Aufsuchen einer Gedenkstätte eines ehemaligen Konzentrationslagers als außerschulischen Lernort. Daher besuchten alle 10. Klassen der Realschule Hösbach am 08.11.2018 zusammen mit ihren Geschichtslehrkräften die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Dachau. Diese wurde 1965 als Mahnstätte und Erinnerungsort auf dem ehemaligen Häftlingsgelände des Konzentrationslagers Dachau errichtet und wird jährlich von ca. 800.000 Menschen aus aller Welt aufgesucht. Das KZ Dachau war von 1933 bis zu seiner Befreiung durch die US-Armee 1945 durchgehend in Betrieb und wurde dadurch eines der bekanntesten Konzentrationslager. Es war sowohl Häftlingslager als auch Ausbildungsstätte für SS-Führungspersonal und wurde vom NS-Regime oftmals propagandistisch als „Vorzeigelager“ präsentiert.
Die über zweistündige Führung über das Gelände mit den verschiedenen Stationen (Häftlingsbad, Appellplatz, Baracken, Krematorium, Baracke X, Arrestbauten usw.) sowie der Besuch der Dauerausstellung sensibilisierte die Schüler für die unmenschlichen Gräueltaten und Verbrechen der SS und des NS-Regimes. Ohne sich persönlich verantwortlich fühlen zu müssen, sollen sich die Jugendlichen auch über 70 Jahre nach Kriegsende einig sein, dass das Motto „Nie wieder“, welches auf einer zentralen Gedenktafel auf dem Appellplatz zu lesen ist, für die Gegenwart und für die Zukunft Gültigkeit hat.

KZ-Gedenkstätte Dachau

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Text und Fotos: Isabel Rasche

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