Der Kongo steckt in meinem Handy - Umwelttag der Klassen 8f und 10d

Im Rahmen des Umwelttages, der am 12.04.2019 an der RSH stattfand, lernten die Klassen 8f und 10d Bedingungen der Handyherstellung und faire Alternativen „aus erster Hand kennen“, denn zu unserer Freude konnten wir Rebekah Irving an unserer Realschule willkommen heißen. Als Bildungsreferentin für Globales Lernen arbeitet die gebürtige US-Amerikanerin mit Bildung trifft Entwicklung (BtE) und Gemeinsam für Afrika e. V. zusammen.
Auf eine anschauliche und emotionale Art und Weise brachte Rebekah Irving unseren Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen als eine einst in der Demokratischen Republik Kongo tätige Projektleiterin näher, wie z. B. die medizinische Versorgung vor Ort, und leitete geschickt zum Thema „Konfliktrohstoffe bei der Handyherstellung“ über.
Insgesamt werden bis zu 60 unterschiedliche Stoffe verbaut, wobei der Großteil wertvolle Metalle sind, die aus Erzen gewonnen werden. 17 dieser Metalle wie Yttrium, Neodym, Praseodym oder Dysprosium nennt man, irreführend, „seltene Erden“, obwohl diese ausreichend vorhanden sind. Allerdings kommen sie nicht konzentriert vor, daher müssen viele Tonnen Gestein bewegt, zermahlen und mit giftigen Chemikalien behandelt werden, was sehr kostspielig ist. Somit kommt es bereits bei der Förderung dieser Stoffe zu sozialen und ökologischen Problemen. Bei der weiteren Zusammensetzung der Rohstoffe entsteht eine globale Verkettung. Als konkretes Beispiel kann das Metall Tantal, welches aus dem Erz Coltan gewonnen wird, angeführt werden. Tantal befindet sich in jedem Mobiltelefon und wird für die Kondensatoren verwendet. Es stammt vermutlich zu einem Drittel aus Minen der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) in Zentralafrika. In der dortigen Region Kivu werden mit Geldmitteln aus dem Abbau und Handel mit den Rohstoffen kriegerische Konflikte finanziert, weshalb Coltan als Konfliktmineral gilt.

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Im „Lernparcours Handy“ erfuhren unsere Schülerinnen und Schüler z. B. woraus Handys bestehen und was mit ihnen passiert, wenn wir sie nicht mehr brauchen, welche Rohstoffe im Smartphone enthalten sind, dass diese – nicht selten von Kindern – zumeist mit bloßen Händen und einfachen Werkzeugen abgebaut werden. Der Minenstaub ist krankheitserregend und Erdrutsche gefährden zudem das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter. Ebenso wurden die Handyproduktion und die Vermeidung von Elektroschrott thematisiert, denn in Deutschland fallen pro Kopf im Jahr etwa 23 kg Elektroschrott an, da Mobiltelefone in der Regel nur 18 bis 24 Monate genutzt werden.

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Von diesen beiden motivierenden und handlungsorientierten Unterrichtsstunden haben alle Beteiligten außerordentlich profitiert. Viele Schülerinnen und Schüler wurden zum Nachdenken angeregt, konnten ihre eigene Handynutzung bzw. ihren Konsum kritisch hinterfragen und schließlich im abschließenden Diskurs einen persönlichen Beitrag leisten.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Bildungsreferentin Rebekah Irving, die einen „nachhaltigen“ Eindruck bei unseren Schülerinnen und Schülern hinterlassen hat.

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Text und Fotos: Nadine Denecke (Klassenlehrerin 10d), Cornelia Schäfer (Klassenlehrerin 8f)

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