U18-Wahl: Die Jugend mischt sich ein

Auch bei der Europawahl 2019 erhalten Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Realschule Hösbach die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Werden Themen des Tagesgeschehens behandelt, ist bei vielen Schülerinnen und Schülern vor allem das Bedürfnis nach Information über politische Vorgänge und bei nicht wenigen der Wille, an der Debatte darüber teilzunehmen, zu verspüren. Mit der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der U18-Wahl am 17. Mai 2019 versucht die RSH dieser Tatsache und ihrem Bildungsauftrag Rechnung zu tragen.

Lange Zeit wurde der Jugend vorgeworfen, sich zu wenig für Politik zu interessieren. Ganz deutlich ist in den Klassen aber ein gestiegenes Interesse wahrzunehmen. Sicherlich war dies schon bei den Vorbereitungen zu den vergangenen U18-Wahlen zu verspüren, jedoch wurde dem durch die mediale Präsenz einer 16-jährigen Schwedin und der Fridays for Future-Bewegung eine ganz andere Qualität verliehen.

Viel ist geschrieben worden über Streiks, Schulschwänzer, Inkompetenz aufgrund des Alters oder mögliche Hintermänner. Aber in der öffentlichen Debatte hat man weniger darüber gelesen, dass man sich von Seiten der Kritiker mit den Inhalten der Jugendlichen auseinandersetzt. Sie drängen darauf, gehört zu werden; häufig wird von ihrer Seite eine Absenkung der Altersgrenze für das aktive Wahlrecht ins Spiel gebracht – eine durchaus berechtigte Forderung, wenn man sich die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2014 – 43,09 Prozent – vor Augen hält.

„Wer einmal wählen gegangen ist, tut dies wahrscheinlich wieder. Und wer dreimal gewählt hat, wählt in der Regel für den Rest seines Lebens.“, so erklärte Gerad Wolff, Initiator der U18-Wahl, die es seit 1999 gibt und von uns nun zum fünften Mal unterstützt wird. Nicht wenige Schülerinnen und Schüler haben in der RSH nach dem 17. Mai 2019 sogar schon dreimal gewählt. Verantwortlich für die U18-Wahl ist das Deutsche Kinderhilfswerk, der Deutsche Bundesjugendring, die Landesjugendringe, viele Jugendverbände und das Berliner U18-Netzwerk. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Bundeszentrale für Politische Bildung fördern die Aktion.

Da wir es für unerlässlich halten, sie auf ihrem Weg zu politisch mündigen Bürgern zu begleiten, erhalten die Schülerinnen und Schüler der achten und zehnten Jahrgangsstufe die Gelegenheit, am 17. Mai an der U18-Wahl an der RSH teilzunehmen. Zuvor wird das Studienseminar im Rahmen der Ausbildung für Grundfragen staatsbürgerlicher Bildung den Schülerinnen und Schülern die Hintergründe der Europawahl erläutern und sie über Möglichkeiten, sich zu informieren, unterrichten. Mit Hilfe der Lernplattform mebis stehen ihnen diese Quellen hierfür auch zuhause zur Verfügung.
Leider sind unsere Neuntklässler an jenem Tag an ihrem Praktikumsplatz für ihr Betriebspraktikum. Wir können sie daher nur auf die öffentlichen Wahllokale (siehe unter: https://www.u18.org/europawahl-2019/wahllokale/wahllokale-deutschland) verweisen.

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https://www.u18.org/materialien


Text: Jochen Hentschel

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