Forschung an der Realschule Hösbach - im Auftrag der Universität

"Wie kann man Unterricht verbessern?" "Wie erreicht man es, dass manche ungeliebten Fächer - beispielsweise Physik - für die Schüler interessanter werden?" Mit solchen Fragen beschäftigen sich die Universitäten, an denen Lehrer ausgebildet werden. Dazu werden Unterrichtskonzepte entworfen und erprobt. Dazu brauchen die Universitäten natürlich auch Schulklassen, an denen diese Konzepte ausprobiert werden.
In diesem Schuljahr hat die 9a mit Frau Dr. Hünermann im Fach Physik an einer solchen Studie teilgenommen. Im Fachbereich "Didaktik der Physik" (Prof. V. Spatz) an der TU Darmstadt wurde von StR Liza Dopatka eine Unterrichtsreihe "Physik im Kontext" entwickelt. Verschiedene Unterrichtsthemen aus dem Bereich der Elektrizität - Elektrodynamik -  sollten den Schülern vermittelt werden.

Was heißt nun "Kontext"? Die Unterrichtsstunde beginnt nicht direkt mit dem physikalischen Thema, sondern mit einer ganz anderen Fragestellung, zum Beispiel:

  • Weshalb geht das Licht / der Föhn im Hotelzimmer nicht an?
  • Wann ändert ein Chamäleon seine Farbe?
  • Stromschläge beim Zitteraal
  • Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand

Das Hotelzimmer führte dann zum Thema "elektrische Schalter" oder "Reihen- und Parallelschaltung": Schüler-Kommentar: "alles klar!". Das Chamäleon - so das vorgegebene Ergebnis der Unterrichtseinheit - verhält sich wie eine Wechselschaltung. "Ziemlich an den Haaren herbeigezogen" meinte dazu ein Schüler, ein anderer fand den Zusammenhang "ziemlich bescheuert".
Der Zitteraal dagegen war faszinierend: Warum bringt sich dieses Tier mit seinen Stromschlägen nicht selber um? Spannend! Und schon ist man beim Begriff der elektrischen Spannung - und beim elektrischen Widerstand. Die lebenswichtigen Organe - Gehirn, Herz und Atmungssystem - sind durch elektrisch sehr schlecht leitendes Gewebe (Fett und Knochen) von der spannungserzeugenden Muskulatur abgeschirmt.
Beim Thema "Wiederbelebung" war die 9a ebenfalls begeistert bei der Sache - denn den Defibrillator als "Lebensretter" kannten schon einige von der Wasserwacht, der freiwilligen Feuerwehr oder anderen Vereinen.
Vor und nach dem Unterrichtsblock "Physik im Kontext" musste die Klasse einen Fragebogen ausfüllen, der anonym von der Universität ausgewertet wird. Damit soll der Lernfortschritt festgestellt werden. Und zum Schuljahresende wird es noch einen weiteren Test geben, mit dem überprüft werden soll, was denn nun im Langzeitgedächtnis "hängengeblieben" ist.
Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Dr. Lucia Hünermann
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