10-jähriges Jubiläum

Viele unserer Schüler fahren jeden Tag mit dem Bus nach Hause, tagein, tagaus, all' die Jahre, die sie bei uns an der Schule sind. Der eine Schüler nutzt den Schulbus sechs Jahre lang, der andere etwas länger, wieder andere verlassen unsere Schule schon nach einem oder zwei Jahren. Daher fällt es keinem der Schüler auf, niemand gratuliert, wenn es ein zehnjähriges Jubiläum gibt. Was für ein Jubiläum? Seit über zehn Jahren hat Frau Dr. Hünermann ein Mal pro Woche "Busaufsicht". Ziel dieses Einsatzes ist, dass alle Schüler heil in "ihren" Bus und nach Hause kommen.

"Und was geht in so einem Schülerkopf vor?", das hat Frau Dr. Hünermann sich gefragt. Und so sieht ein mögliches Ergebnis aus:

Bushaltestelle

Ist dann mal die Schule aus,
renn' ich schnell dort raus
an die Haltestelle von dem Bus
weil ich ja nach Hause muss.

Kommt der Bus dann endlich an,
muss ich an die Türen ran.
Ganz dicht an den Bus gedrängt
von andren Schülern eingezwängt,

will ich mit dem Bus mitrennen
darf den Einstieg nicht verpennen.
Was dann aber gar nicht geht
ist das Sportzeug, das da steht

Ich stolper', falle, mach' mich lang
und nun wird es mir ganz bang!
Da kommt das Rad vom Bus
und mein Leben: Schluss.

Trifft der Bus erst später ein,
schalte ich das Handy ein.
Zocken, chatten, Ballerspiele,
das machen hier ganz viele.

Mit dem Handy in der Hand
steh ich an dem Fahrbahnrand.
Gelbe Linie? Ganz egal!
Die Busaufsicht, die kann mich mal.

Wie viel Punkte ich heut kriege?
ob ich Philipp heut' besiege?
Weil ich so gefesselt bin,
schau ich nur aufs Handy hin.

Kommt der Bus dann um die Ecke
- ach bevor ich das dann checke
lieg' ich unter'm Rad
und bin platt.

"Platt" gemacht werden Getränkekanister bei der Busschulung der 5. Klassen. Wie man in Bild 1 sieht, hält so ein Kanister locker das Gewicht eine Schülers aus. Aber nicht - siehe Bild 2 - das von einem ganzen Bus. Und ein Schüler hält das auch nicht aus! Deshalb sollte man im sicheren Abstand von der Fahrbahn und den Bussen bleiben - die Bordsteinkante reicht nicht, wie man in Bild 3 erkennt. Wie es im Idealfall funktioniert, kann man in den Bildern 4 und 5 erkennen: Alle Schüler warten in sicherem Abstand hinter den gelben Linien und steigen - ohne zu drängeln - nacheinander in den Bus ein. Nur schade, dass diese Bilder gestellt sind; im Haltestellen-Alltag wird oft genug der Schrei zu hören sein: "Abstand" oder "Hinter die gelbe Linie" - weitere 10 Jahre?

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Bild 1: Kanister hält was aus ...

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Bild 2: ... aber keinen Bus.

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Bild 3: Bus schwenkt aus.

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Bild 4: Warten

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Bild 5: Einsteigen

Aber vielleicht kennen die Schüler irgendwann die folgenden Regeln für die Bushaltestelle:

1. Ich schaue, ob die Fahrbahn frei ist, bevor ich die Fahrbahn überquere.
2. Ich halte mich nur so kurz wie nötig auf der Fahrbahn auf, denn ich bin kein Fahrzeug.
3. Ich halte den Sicherheitsabstand zur Fahrbahn ein und bleibe hinter der gelben Linie.
4. Ich ärgere, schubse oder stoße niemanden, sondern verhalte mich ruhig und friedlich.
5. An der Haltestelle renne ich nicht herum, spiele ich nicht mit Bällen und werfe nicht mit Schnee oder Gegenständen. Skateboard fahren ist nicht erlaubt.
6. Zuerst lasse ich die Leute aussteigen, dann ist mehr Platz im Bus!
7. Ich halte den Sicherheitsabstand ein, bis der Bus steht und die Tür offen ist, bevor ich zum Einsteigen die gelbe Linie überquere.
8. Ich drängle nicht, sondern warte, bis ich mit dem Einsteigen an der Reihe bin. Meine Jacke muss den Bus nicht abwischen.

Dr. Lucia Hünermann

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