Frau Holle und das Klima

Der 30.06.2017 war für die Klassen 5a, 5b und 5d ein „märchenhafter“ Tag, denn sie besuchten zusammen mit ihren Klassleitern die Märchenfestspiele in Hanau.

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Das als Familienstück inszenierte Grimm´sche Märchen „Frau Holle“, welches im beeindruckenden Hanauer Amphitheater aufgeführt wird, bekommt in der modernen Bühnenversion eine fast bedrückende Aktualität: Die drei Kinder der Frau Holle – Regen „Cumulonimbus“, Sonne „Phosphora“ und Wind „Taifun“ – sind quirlige Wettergeister, welche die Grenzen ihrer eigenen Wettermacht in einem bislang auch für ihre Mutter Frau Holle unbekannten Maß und nicht ohne Schäden für die Erdenbürger austesten. Da kann Frau Holle noch so oft die Betten schütteln, um den Nordpol mit Schnee zu versorgen. Wenn die drei Kinder ihre Kräfte spielen lassen, bleibt das nicht ohne Auswirkungen auf den Planeten: Überschwemmungen, Stürme, sengende Sonne oder Dürre sind dann die unerwünschten Folgen für Pflanzen, Tiere und Menschen.

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All das ist geschickt und stimmig eingewoben in die klassischen Märchenmotive von Goldmarie und Pechmarie, die zu Schwestern werden, weil Goldmaries Vater sich unwissentlich mit der goldgierigen Hexe das personifizierte Böse ins Haus geholt hat. Sie zwingt Goldmarie in den Brunnen, der sich als Brücke zwischen Menschenwelt und dem Reich von Frau Holle entpuppt. In ihrer neuen Heimat schüttelt Goldmarie auf Geheiß von Frau Holle fleißig Betten und Decken aus, um den Pol mit Schnee zu versorgen. Ein goldener Regen ist der Lohn für ihr reines, ehrliches Herz. Ihre Stiefschwester wird hingegen mit Pech bedacht, schließlich findet sie Gefallen daran, zusammen mit Frau Holles Kindern die Welt in ein Wetterchaos zu stürzen.
Wie in einem richtigen Märchen folgt am Schluss die Hinwendung zu den wahren und wichtigen Werten. Und so wird am Ende alles gut, die Bösen werden bestraft und die Guten werden belohnt. An der auf die heutige Welt übertragene Inszenierung des Märchenklassikers gefällt der Appell an den Zuschauer, sich mit dem Klimawandel und der Erderwärmung bewusst auseinanderzusetzen und das menschliche Dazutun für so manche Wetterkapriolen zu ergründen, was auch die jungen Zuschauer keinesfalls überfordert. Übrigens: Das Thermometer zeigte bei dem Besuch der Festspiele gerade einmal 18 Grad bei mittelstarkem Wind und leichtem Regen, da passte die Problematik des Stückes zur aktuellen „Sommer“-Temperatur.

Text und Fotos: Isabel Rasche

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